Solingen/Thiès

(Vereinsmitteilung)
Partner und Freunde: Solingen - Thiès

Thiès Westafrika (Senegal)
Hauptstadt der Verwaltungsregion Thiès, am Rande der Sahelzone gelegen, etwa 50 Kilometer von der Hauptstadt Dakar entfernt. ca 207.000 Einwohner Städtefreundschaft seit 1990, Kontakte seit 1981, 1985 reisten erstmals Mitglieder der Solinger Jugendfeuerwehr und des Stadtjugendringes nach Thiès, 1987/88 wurde der Förderverein Freundschaft mit Thiès gegründet. Wirtschaft
Thiès ist bedeutender Verkehrsknotenpunkt im Senegal und Hauptstadt der Eisenbahn: Bereits 1885 wurde die wichtige Verbindung nach Dakar eröffnet, die die Entwicklung der Stadt maßgeblich beeinflußte. Noch heute ist die senegalesische Eisenbahndirektion mit rund 4000 Beschäftigten hier ansässig, viele Menschen finden im Bahngüterverkehr und in der Eisenbahnreparaturwerkstatt Arbeit. Außerdem lebt die Wirtschaft vom Phosphatabbau, vom Maschinenbau und von der Textilindustrie. Sehenswert sind die Teppiche, die in Thiès nach ausgewählten Entwürfen von Künstlern geknüpft werden. Entwicklung
Als französische Garnisonstadt war Thiès im 19. Jahrhundert nicht arm und im Verhältnis zu anderen senegalesischen Städten priviligiert. Heute wächst der Druck auf die Stadt: Immer seltener fällt Regen, Wasser ist knapp, der Grundwasserspiegel sinkt. Die Dornbuschsavanne breitet sich aus und die Menschen flüchten vom versteppenden Land in die Stadt.
Projekte
Mit Solinger Hilfe wurden bereits zahlreiche Projekte zur Verbesserung der Lebenssituation in Thiès durchgeführt. Oft ging es dabei um eine bessere Versorgung mit Trinkwasser, aber auch um die Einrichtung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen sowie um die Unterstützung von Kindergarten und Krankenhaus.

 

Hannover/Tambacounda
Faltblatt (1997)

Freundeskreis Tambacounda e.V.
- Verein zur Vermittlung afrikanischen Kulturgutes und zur Förderung von Entwicklungsprojekten in Afrika

Tambacounda ist die Provinzhauptstadt der Region Sénégal Orientale am Südrand der Sahelzone und hat 50.000 Einwohner. Hitze,Trockenheit und Dürre, aber auch starke Niederschläge während der Regenzeit kennzeichnen die Region. Armut und hohe Arbeitslosigkeit sind vor allem für junge Leute Anlass, in die ca. 500 km entfernte Metropole Dakar abzuwandern.

Aber es gibt in Tambacounda viele Initiativen, die versuchen, die Verhältnisse zu ändern und Notlagen zu überwinden. Seit der Gründung des Freundeskreies Tambacounda im Jahr 1991 haben wir uns zum Ziel gesetzt, solche Ansätze zu unterstützen. Dabei geht es uns nicht um Almosen und Geschenke, sondern um die Gründung von Existenzen, eine Verbesserung der Infrastruktur und eine gleichberechtigte, partnerschaftliche Begegnung von Mensch zu Mensch und Institution zu Institution. Gemeinsam konnte so eine Grundschule in Tambacounda vor dem Verfall bewahrt werden.

Wir arbeiten in Tambacounda zusammen mit unserem Partnerverein V.A.R.E.T (Volonté et Action pour la Réhabilitation Economique de Tamba), mit dessen Hilfe und mit dem jetzt mehr und mehr Projekte durchgeführt werden. Ein ähnliches Verhältnis verbindet uns seit zwei Jahren mit dem Verein FAKS in Yarrakh, einem ehemaligen Fischerdorf, heute Vorort von Dakar.

Für viele Menschen ist Afrika immer noch ein relativ unbekannter Kontinent, geprägt von Exotik und Romantik, aber auch von Elend, Katastrophen und Krieg. Wir möchten mit unserer Arbeit vermitteln, dass die Wirklichkeit sehr viel differenzierte ist und dabei möglichst Afrikaner selbst zu Wort kommen lassen. Wir besuchen Schulen, haben eine umfangreiche Veranstaltungsreihe zur Geschichte der Sklaverei, Autorenlesungen und Vorträge organisiert. Wir haben Kontakte zu Schriftstellern, bildenden Künstlern, Musik- und Theatergruppen.

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Diozöse Eichstätt/Tambacounda

(Internet)
Eichstätt/Neumarkt 13.08.1998. (pde) - 20.000 Mark für Senegal /Katholische Landvolkbewegung spendet für Trockengebiete
Im Rahmen der Landesgartenschau in Neumarkt hatte die Katholische Landvolkbewegung (KLB) im Bistum Eichstätt Besuch aus dem Senegal. Abbe Epiphan, der geistliche Leiter der Landvolkbewegung in Senegal, hält sich seit vier Wochen in Bayern auf, um Kontakte zu pflegen und die Partnerschaft zu stärken. Bei dieser Gelegenheit konnte KLB-Diözesanvorsitzender Franz Uhl 10.000 Mark als Hunger- und Saatguthilfe für die Caritas, 6.000 Mark für ein Brunnenprojekt und 4.000 Mark für weitere Kleinprojekte in der Diözese Tambacounda übergeben. Wie Uhl erläuterte, waren auch im Senegal durch das Klimaphänomen "El Nino" die bitter notwendigen Regenfälle ausgeblieben. Deshalb fiel die Ernte im vergangenen Jahr so schlecht aus, daß sie nicht mehr für die Ernährung der Menschen ausreichte. Saatgut für die neue Aussaat fehlt fast völlig. Mit der KLB-Soforthilfe kann Saatgut und Brotgetreide gekauft werden.

(Internet)
Eichstätt 26.02.99. (pde) - Nach langem Warten konnte Bischof Jean Noel Diouf sein neues Auto im Hafen von Dakar abholen.
Die Katholische Landvolkbewegung (KLB) in der Diözese Eichstätt, die partnerschaftlich mit der Diözese Tambacounda im Senegal verbunden ist, hatte schon im vergangenen Jahr dem Bischof ein neues Auto versprochen. Bis allerdings der weiße Peugeot bestellt und verschifft war sowie alle Ein- und Ausfuhrformalitäten erledigt werden konnten, sind einig Monate verstrichen. Um so größer ist nun die Freude von Bischof Diouf, dass er jetzt schneller die weit verstreut lebenden Christen seiner Diözese besuchen kann. In der Diözese Tambacounda sind nur 5 Prozent der Einwohner Katholiken. Für die KLB war dieses Geschenk ein wichtiger Beitrag zur Unterstützung der Evangelisationsbemühungen im Senegal und zur Vertiefung der partnerschaftlichen Beziehung zwischen diesen beiden Kontinenten.
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St.Ingbert/N'Diaganiao

( Vereinsmitteilung)
Verein FREUNDSCHAFT ST.INGBERT-N'DIAGANIAO/Senegal e.V.
Der Verein wurde vor zehn Jahren im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung zwischen Vertretern des Stadtrates St.Ingbert, den Verantwortlichen der Stadt St.Herblain (französische Partnerstadt St.Ingberts) und der Commune Rurale N'Diaganiao in Senegal gegründet. Seit diesem Zeitpunkt betreut der Verein zusammen mit der "Association Amitié St.Herblain-Godaguène" unsere Partnergemeinde im Senegal.
Durch die Zusammenarbeit mit dem Partnerverein in St.Herblain ergeben sich für uns mehrere besonders günstige Faktoren:
- Der Vorsitzende der "Association Amitié St.Herblain-Godaguène" ist jedes Jahr zweimal in Senegal, um die   Fortschritte und anfallenden Kosten der Projekte zu überprüfen;
- Sachspenden werden kostenfrei von der französischen Marine nach Dakar transportiert;
- der senegalesische Projektleiter vor Ort, Michel Faye, berichtet regelmäßig über die einzelnen Maßnahmen;
- der St.Ingberter Verein steht in regelmäßigem (telefonischem und brieflichem) Kontakt zu dem St.Herblainer   Partnerverein und zu Ansprechpartnern in N'Diaganiao (Michel Faye).

Aktivitäten des Vereins:
1. Finanzielle Mittel wurden (zusammen mit St.Herblain) bereitgestellt für:
- Nahrungsmittelvorräte nach einer Heuschreckenplage,
- die Anschaffung eines Krankentransportfahrzeuges,
- die Beschaffung von Medikamenten,
- die Anschaffung von Hirsemühlen,
- den Bau und die Ausstattung einer Schule,
- ein Windrad zur Wasserförderung,
- die Bohrung eines Tiefbrunnens (19991/92),
- die Anschaffung und Installation einer Dieselpumpe (1991/92),
- den Ausbau der Wasserversorgung (1992-98);
- aktuell: Finanzierung von zwei Hochbehältern mit Wasserleitungen
- aktuell: Bau zweier Räume für einen Kindergarten mit Erste-Hilfe-Station,
- aktuell: Bau zweier Klassenräume für eine Schule.
- aktuell: Finanzierung einer Piroge ( = feste Arbeit für 20 junge Männer und Frauen)
- aktuell: Ausstattung des Behindertenzentrums in N'Diaganiao

2. Sachspenden:
Eine Reihe von Paketen mit Gegenständen des Schulbedarfs (z.B. Schreibmaterial oder Solartaschenrechner) aus Sammelaktionen in verschiedenen Schulen in St.Ingbert wurden in den Senegal geschickt. Darüber hinaus wurde das Behindertenzentrum mit Rollstühlen, Gehhilfen, Tragen, Krücken und anderem medizinischen Material ausgestattet.
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Ginsheim-Gustavburg/Ballou

Kurz-Info: B A L L O U / Senegal (Stand: 03/1997)
Die LANDGEMEINDE BALLOU umfaßt offiziell zehn Dörfer unterschiedlicher Größe und Infrastrukur und liegt etwa 900 Kilometer östlich von Dakar hauptsächlich am Fluß Senegal (Grenze zu Mauretanien) und am Falémé (Grenze zu Mali). Ein 11. Dorf (Aourou) war nur zeitweise bewohnt. Dort haben sich jetzt dauerhaft Flüchtlinge aus Mali niedergelassen. Die Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft (Anbau von Reis, Süßkartoffeln, Hirse, Mais, Salat, Mangos, Zwiebeln, Paprika, Tomaten, Bananen), Viehzucht (Rinder, Schafe, Ziegen, Esel), vom Fischfang, vom örtlichen Handwerk (Zimmermann, Schmied, Schreiner, Weberei, Stoffärberei, Schneiderei) oder vom Handel (Ballou hat z.B. drei Krämerläden). Es gibt kein Stromnetz. Elektrogeräte wie Fernseher oder Radios werden über (Auto-) Batterien oder Solaranlagen versorgt. Die Entsorgung verbrauchter Batterien bereitet große Probleme. Kühlschränke werden meist mit Flaschengas betrieben, das in Bakel erhältlich ist. Yafera, Golmy und Ballou haben Postämter mit öffentlichen Telefonen. Zwischen den Dörfern der Landgemeinde verkehren regelmäßig sog. Busch-Taxis. Ansonsten werden die Verkehrsverbindungen zu Fuß, als Reiter (Esel, Pferd), mit Karren, Fahrrädern, Mopeds oder Motorrädern aufrecht erhalten. Die Pisten sind jedoch in und kurz nach der Regenzeit unpassierbar; dann ist das Boot das einzig mögliche Verkehrsmittel. 75 Prozent der Einwohnerschaft sind jünger als 30 Jahre. Der Prozentsatz der Emigranten liegt bei etwa 35 Prozent. Die Quote der Rückkehrer hat angesichts der rigiden Zuwanderungsbeschränkungen und Aufenthaltserschwernisse Frankreichs offenbar zugenommen, denn es ist - so z.B. in Ballou - eine rege Bautätigkeit zu beobachten.
Die Landgemeinde Ballou liegt im Distrikt Tambacounda, der Präfekt (Regierungspräsident) residiert in Bakel. Bakel (ca. 30 km) ist mit der französischen Stadt Apt verschwistert (Projekte: Funktionelle Alphabetisierung, Wahrung kulturellen Erbes). Bakel ist per Auto/Bus/Taxi von Dakar innerhalb von ca. 15 Stunden entweder über eine Asphaltstraße erreichbar, die über Saint-Louis durch den Norden Senegals führt. Der Zustand dieser Straße verschlechert sich in Richtung Bakel so sehr, daß für das letzte Drittel etwa die Hälfte der Fahrtzeit beansprucht wird. Eine zweite Route führt über Kaolack,Tambacounda (Asphalt) und Kidira nach Bakel (Piste). Am Ausbau wird fieberhaft gearbeitet.
Die französische Partnerstadt Bouguenais engagiert sich in Ballou seit 1984 mit diversen Projekten (u.a. Alphabetisierung, Brunnenbau, Gesundheitsposten, Schul-, Berufsbildung, Hirsemühlen). Die Gemeinde Ginsheim-Gustavsburg wirkt seit 1989 (Begründung der Dreier-Partnerschaft) mit, hat den Bau von zwei öffentlichen Brunnen mitfinanziert und ist an den Kosten des Projekts "Funktionelle Alphabetisierung" beteiligt.

PROJEKTE
FUNKTIONELLE ALPHABETISIERUNG:
Träger dieses Projekts war AERAB (Organisation gegen Analphabetismus)
Die "Funktionelle Alphabetisierung" war in zwei Stufen auf alle zehn Dörfer der Landgemeinde ausgeweitet worden (Teilnehmerzahl: ca. 600). Ginsheim-Gustavsburg war an den jährlichen Kosten von ca. 85.000,- DM über die Laufzeit von vier-fünf Jahren mit einen jährlichen Beitrag von 15.000,- DM beteiligt. Außerdem stellte der "Arbeitskreis Ballou" (Ginsheim-Gustavsburg) Spendengelder zur Verfügung (1995: 8.000,- DM). Die Funktionelle Alphabetisierung fand vor allem bei Frauen guten Zuspruch, weil ihnen außer schreiben, lesen und rechnen im heimischen Dialekt (Soninké, Pulaar) Themen wie Hygiene, Gesundheitsvorsorge, (Impfprogramme), Familienplanung, Gemüseanbau usw. angeboten wurden. Bouguenais hat inzwischen in Bakel eine professionelle Druckwerkstatt eingerichtet (Computer, Laserdrucker, Scanner, Kopierer Datensicherung, Stromversorgung, Klimatisierung). Die Anlage funktioniert, Bedienung (Texterfassung / -gestaltung) erscheinen kompetent. Im jeweiligen Dialekt (Soninké, Pulaar) soll professionell gestaltetes Lern- und vor allem Lesematerial konzipiert und dann gedruckt werden. Zwei Broschüren (Ackerbau, Märchen) - allerdings in Frankreich produziert und dann nach Ballou mitgebracht - liegen bereits vor. Lern- und Lesestoff im jeweiligen Dialekt könnte in der Tat zum Lernen und zur Teilnahme an der Alphabetisierungskampagne animieren. Während der Alphabetisierung angesparte kleine Guthaben sollen die Teilnehmer/-innen in die Lage versetzen, lokale Projekte (Gemüseanbau, Nuß-/Hirse-Schälmaschine, Stofffärberei-/-näherei, Seifenherstellung) in Angriff zu nehmen. Inzwischen wurde der Wunsch nach Alphabetisierungskursen in franz. Sprache laut.

SOZIO-EDUKATIVE bzw. SOZIO-KULTURELLE ALPHABETISIERUNG
Projekte für die Jugend sollen in der Landgemeinde Ballou Lebensperspektiven aufzeigen und zum Verbleib vor Ort animieren. Großer Wert wird außerdem auf die Vermittlung von Grundwissen und beruflich einsetzbare, nützliche Fertigkeiten (z.B. Landwirtschaft, Holz-, Metallbearbeitung) gelegt.
Beispiel I: Jugendgruppen formieren Fußballmannschaften, richten einen Platz her, fertigen Tornetze, errichten Tore, organisieren einen Trainings- und Spielbetrieb. Ziel ist es u.a., das Regelwerk und soziale Normen wie Fairneß usw. zu erlernen und zu praktizieren. Beispiel II: Jugendliche schließen sich zu Tanz- und/ oder Theatergruppen zusammen. Die Tanzgruppen bewahren das heimische Kulturelle Erbe, indem überlieferte Gesänge und Tänze einstudiert und öffentlich aufgeführt werden. Die Laienschauspieler befassen sich u.a. mit Themen wie Generationenkonflikt, Gesundheit (z.B. Aufklärung über Aids, Bilharziose, Malaria, Trinkwasser-Hygiene) oder konzipieren Lustspiele.

(ÖFFENTLICHE) BRUNNEN
Bouguenais und Ginsheim-Gustavsburg beteiligten sich an der Finanzierung von vier öffentlichen Brunnen (siehe Tabelle), die 1993 als fertiggestellt abgenommen wurden. Die Vertiefung der Brunnen von Amadji und Djimbé, die in der Trockenzeit nicht ausreichend Wasser führen, steht noch aus. Der öffentliche Brunnen von Ballou ist verschmutzt und hat immer noch keine Abdeckung. Sein Wasser wird lediglich für die Feldbewässerung genutzt. Am vom Gemeinderat am 6. April 1994 beschlossenen Investitionsprogramm wird nicht mehr festgehalten. Déboukoulé z.B.wünscht sich anstatt des öffentl. Brunnens eine Schulhofumzäunung.

KOMMUNALE HIRSEMÜHLEN
1997 wurde erstmals im Rahmen des Investitionsprogramms der Landgemeinde Ballou von einem deutschen Sponsor eine Hirsemühle (für Dedji) finanziert (ca. 8.500,- DM). Die dieselgetriebenen Mühlen werden installiert, um den Frauen das harte Tagwerk des Hirsestampfens zu erleichtern. Die Mühlen werden von Frauen-Komitees selbst verwaltet. Das Mahlen ist gebührenpflichtig, um Rücklagen für Treibstoff, Wartungsarbeiten und Reparaturen bilden zu können. Die vor 1994 installierten Hirsemühlen machen - sofern sie noch in Betrieb sind - einen Höllenlärm, mah-len ungleichmäßig und befinden sich zum größten Teil in einem desolaten Zustand. Die Installation erfolgte nicht fachgerecht, Wartungsarbeiten wie Fetten oder Justieren sind nicht erkennbar. Oft herrscht Mangel an Treibstoff, Ersatzteilen oder Werkzeugen. Es ist deshalb zu bezweifeln, ob alle Mühlen die erwartete Lebensdauer von zehn Jahren erreichen. Die nach dem Abschluß eines Wartungs- und Grundausbildungsvertrages mit dem Lieferanten "Matforce" (Dakar) installierte Hirsemühle in Sébou läuft tadellos. Inzwischen ist ein Fachmann aus Bakel mit der Generalüberholung aller vorhandenen Mühlen, der Installation der Neulieferungen und der Einweisung der Müller beauftragt worden.

FRAUENGRUPPEN
Für die durchweg hart arbeitenden Frauen haben die Projekte "Funktionelle Alphabetisierung" und "Hirsemühlen" eine große Bedeutung, weil sie eine direkte und nachhaltige Verbesserung des Lebensalltags bewirken. Außerdem stehen im Rahmen der Post-Alphabetisierung einige Klein-Projekte, Hilfe bei der Bewässerung der Gemüsegärten und Felder (Motorpumpen), bei der Errichtung von Einzäunungen sowie robuste Arbeitsgeräte (z.B. Feldhacken) ganz oben auf der Wunschliste.

DORFGEMEINSCHAFTSHÄUSER
Investitionsprogramm für alle Dörfer (mit Nutzungskonzept). Die öffentlichen Gebäude (Vorbild: Volksbildungsheime) sollen allen Gruppen offenstehen. Die Bauten sollen aus Press-Ziegeln (Laterit mit max. 4 % Zement) in traditioneller Architektur entstehen. Zuvor sollen 30 Maurer im Rahmen einer Lehrbaustelle in dieser Bauweise geschult werden. An der Finanzierung ist u.a. FED (Europäischer Entwicklungsfonds) beteiligt.

LOKALES HANDWERK
Auf Anregung aus Ginsheim-Gustavsburg wurde inzwischen eine Bestandsaufnahme sämtlicher Handwerker verfaßt. Die existierenden Kleinbetriebe (u.a. Schreiner, Maurer, Schmied, Schneider, Weber) haben großes Interesse an Anschubfinanzierungen (Kredite für Anschaffung von Werkzeugen, Einkauf von Rohstoffen, Einstellung von Personal, Ausbildung von Lehrlingen usw.). Andere Handwerker wollen gern eigene Betriebe gründen. In Bakel wurde eine Genossenschaftsbank gegründet. Es ist vorgesehen, die Handwerker in Buch-/ Betriebsführung zu schulen. Vor der Vergabe von Kleinkrediten (jeweils ca. 2.500,- DM) sollen die Handwerker dazu verpflichtet werden, sich von KORA konzeptionell beraten zu lassen.
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